Hornissen

Im Frühjahr ist die Zeit, wo sich die Königin der Hornissen auf den Weg macht, um geeignete Stellen für den Nestbau zu finden.
Die Hornisse ist die größte einheimische Faltenwespe. Sie ist größer als die Wespe brummt laut und tief und jagt uns meist einen Schrecken ein.

 

 

Das muß aber nicht sein, wenn man einige Regeln kennt und diese einhält.

 


Wo und wie lange lebt ein Hornissenvolk?

Mitte Mai beginnen die Königinnen mit dem Nestbau, besonders gern in alten, höhlenreichen Baumbeständen. Weil es die nicht sehr oft gibt, weichen die Flatterlinge auf menschliche Siedlungen aus. So sind diese Tierchen an ruhigen Orten wie Dachböden, Geräteschuppen oder eben im Garten anzutreffen. Nur keine Panik, man kann die Tiere in vielen Fällen in unserer Nähe dulden.
Die Hornissen bleiben einen Sommer lang, dann stirbt der gesamte Staat ab und nur Jungköniginnen fliegen aus. Das alte Nest wird im nächsten Jahr nicht mehr genutzt.

Was futtern diese Flugobjekte?

„Frischfleisch“, wie Wespen, Mücken, Fliegen, Käfer. Und das bis zu einem Kilogramm je Tag und Volk! Damit wird die Brut gefüttert, die Hornissen selbst stehen eher auf Baumsäfte oder den Saft von Früchten. Keinesfalls naschen sie am Tisch den Kuchen oder probieren aus Vaters Bierglas. Hat man so ein Volk in seinem Garten, bleibt dieser nahezu wespenfrei, was auch nicht von der Hand zu weisen ist.

Sind Hornissen gefährlich?

Es ist ein Irrglaube, wenn behauptet wird, daß drei Stiche einen Menschen und sieben ein Pferd töten könnten. Das Hornissengift ist eher geringer gefährlich als Wespen- oder Bienengift. Um einen Menschen zu töten sind etwa 1000 Hornissenstiche notwendig (bei Menschen ohne Allergien gegen Insektenstiche). Wenn man dazu vergleicht, daß in einem Hornissenvolk etwa 600 bis 800 Hornissen leben, reicht ein Volk gar nicht aus. Hat es doch einmal gepiekst, verhält man sich ebenso wie bei Bienen- oder Wespenstichen. Allergiker wissen, wie sie sich verhalten müssen. Im Zweifelsfall sucht man einen Arzt auf, besonders bei Stichen im Mund- oder Rachenraum (Erstickungsgefahr).
Hornissen sind außerhalb des Nestbereiches niemals angriffslustig. Sie suchen Beute oder Baumaterial und haben nicht ihr Volk zu verteidigen. Fühlen sie sich bedroht, fliehen sie vor Mensch und Tier. Gestochen wird nur, wenn sie nicht mehr ausweichen können. Nur im Nestbereich sollten wir die gestreiften Gesellen nicht stören. Etwa der Umkreis von 4 Metern um das Nest ist für uns tabu. Vermeiden wir dort heftige Bewegungen, Erschütterungen, lassen den Rasenmäher weg und die Flugbahn frei, manipulieren nicht am Flugloch und am Wabenbau und pusten die Tierchen nicht an, haben wir unsere Ruhe. Bei unvermuteten Begegnungen einfach mit ruhigen Bewegungen den Rückzug antreten.
Hornissen können sich aber auch an uns gewöhnen und lassen uns dann bei ruhigen Bewegungen auch näher ans Nest heran und den Flugkorridor passieren.

Sind Hornissen geschützt?

Hornissen zählen wie die einheimischen Hummeln, Bienen und einzelne Wespenarten zu den besonders geschützten Tierarten. Also Finger weg von Nestern und den Tierchen nicht nachgestellt, gefangen, verletzt oder getötet.
Auch das Entfernen ihrer Entwicklungsformen aus der Natur ist nicht gestattet.
Macht es sich erforderlich, Nester umzusetzen, setzt man sich mit der unteren Naturschutzbehörde in Verbindung. Die Jungs und Mädels von dort wissen dann, wie weiter zu verfahren ist.

Seht ihr, wieder was gelernt. Und so schlimm war es gar nicht.

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3 Kommentare zu Hornissen

  1. Klaus Winter sagt:

    Ich habe in meinem Dach am Schornstein ein Hornissennest entdeckt, die dürfen dort bis zum Winter wohnen, dann werden wir das Nest umsiedeln oder entfernen.
    Mir ist aufgefallen das sich aus dem Nest ein starker Geruch verbreitet. Dieses kommt bestimmt von den Ausscheidungen der Hornissen. Daher ist der Platz über dem Badezimmer doch etwas unglücklich.
    Gerne würde ich die Bewohner in der Nähe behalten, ich weiß aber nicht wie?

    • Hartmut sagt:

      Hornissen in der Nähe zu behalten ist kaum möglich. Spätestens beim ersten stärkeren Nachtfrost sterben die Hornissen. Die Jungköniginnen sind die einzigsten Überlebenden. Sie fliegen aus und suchen im nächsten Jahr eine neue Bleibe. Das alte Nest wird nicht ein zweites Mal bewohnt.

  2. Weegels, Klaus sagt:

    Ich besitze einen Seecontainer als Geraeteschuppen und Anhaengergarage. Die Hornissen fliegen durch offene Schraubenloecher an den Toren ein und bauen an den Toren ihr Nest. Nun schon zum zweiten mal, an der gleichen Stelle. 2013 wurde mein Container aufgebrochen, aber es wurde nichst gestohlen, nichts zerstoert. Jediglich das Vorhaengeschloss war geknackt und die Tore halb geoeffnet (an den Toren befand sich das Nest!). Der Container liegt zwischen ein paar Aussiedlerhoefen und Nachts ist da tote Hose kein Verkehr. Nach dem Einbruch habe ich ein Schliessriegel an der Innenseite der Tore angebracht. Nur bei der Montage (Koernen, Bohren fuer 10 mm Schrauben) haben die Maedels ein paar Angriffe auf mich geflogen. Dabei wurde ich zweimal in die Haende gestochen (durch die Textilseite von groben Arbeitshandschuh.) Danach habe ich in einem Meter Entfernung geschraubt ohne Gestochen zu werden. In einem Anfall von Bloedheit habe ich im Winter das verlassene Nest zerstoert. Nach dem ich dann aber gemerkt habe, dass das keine Wespen sein konnten, war ich natuerlich sauer auf him self. Seit 2 Wochen sind sie wieder da und haben schon 8 Waben angefangen. Momentan verschwinden sie wenn ich bei offenen Toren im Container arbeite. Sind die Tore wieder zu, kommen sie irgendwann wieder zurueck und bauen weiter. Kann aber auch sein das sie abends in meinem Holzlager uebernachten. Ich waere echt sauer wenn sie verschwinden wuerden. Ich ueberlege ob ich Futterstellen einrichten sollte.

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