Rettungsversuch

Weimutskiefern (auch Weymouthskiefer) sind nordamerikanische Kiefern mit kegelförmiger Krone, langen, weichen blaugrünen Nadeln und hängenden Zapfen. Sie sind aber nicht mehr nur in ihrer nordamerikanischen Heimat anzutreffen, sondern fühlen sich auch in unseren Breiten wohl.

Die Weimutskiefer ist ein immergrüner Baum, der beträchtliche Ausmaße erreichen kann. Wuchshöhen von 25 bis über 60 Metern sind keine Seltenheit. Dabei erreichen sie einen Stammdurchmesser in Brusthöhe von bis zu 3 Metern und ein Alter von bis zu 450 Jahren. Die Äste wachsen in unregelmäßigen Quirlen und sind büschelig benadelt.

Auch in unserem Garten wuchs ein solches Exemplar, gut vier Meter hoch mit einem Stammdurchmesser über dem Boden von etwa 15 cm. Im Herbst 2011 warf ein Sturm unser Bäumchen um, glücklicherweise aber oberhalb des untersten Astquirles. Bereits nach kurzer Zeit begannen die verbliebenen Äste sich aufzurichten und nach oben zu wachsen. Diesen Umstand wollte ich ausnutzen, um unser Bäumchen zu erhalten.

Die Bruchstelle wurde schräg abgeschnitten und mit künstlicher Baumrinde vor dem Eindringen von Wasser geschützt. Es wurde nur ein Ast gelassen, der weiter wachsen sollte, alle anderen wurden entfernt. Ein in unmittelbarer Stammnähe eingeschlagener Pfahl diente zur Aufrichtung, ein weiterer Pfahl stützte den Ast und gab ihm die richtige Richtung. Mehrmals angebunden erhielt der nach oben strebende Ast eine gerade Wuchsrichtung.

Schon nach kurzer Zeit war zu erkennen, daß der fixierte Ast sich an die vorgebene Richtung anpaßt. Die Zugspannung wurde wöchentlich kontrolliert und bei Notwendigkeit nachgespannt, da der Ast sich nur langsam aufrichten läßt. Im Frühjahr des folgenden Jahres wurden die Befestigungen komplett neu gemacht. Dabei konnte ich feststellen, daß der Ast schon fast allein in aufrechter Haltung blieb.

Zum Anbinden nimmt man besten breite elastische Bänder, die zwischen Stützpfahl und Ast (jetzt eigentlich schon Stamm) in Form einer Acht gelegt werden. Nur die weiterhin auf Zug angebrachte Befestigung wird ohne diese Achtform gemacht.

Mittlerweile macht sich dieser Rettungsversuch prächtig. Wir sind guter Hoffnung, daß wir auf diese Weise unsere Weimutskiefer erhalten können.

Im Übrigen läßt sich diese Methode auch bei der Weihnachtsbaumgewinnung nutzen. Der benötigte Baum wird oberhalb des untersten Astquirles abgeschnitten und ein sich aufrichtender Ast in oben beschriebener Weise fixiert und weiter kultiviert. Es ist allerdings mit etwas Glück verbunden, ob der neu wachsende Baum auch als Weihnachtsbäumchen Verwendung finden kann. Nicht alle nachgezogenen Bäume haben einen gleichmäßigen Wuchs.

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