Rimini

Rimini, Badeort an der Adria in Mittelitalien.

Wenn wir schon mal in der Gegend sind, schauen wir uns das doch mal an. Dachten wir. Und wir haben es auch gemacht.
Einen Parkplatz sollten wir finden, Rimini ist ja nicht gerade klein mit etwas über 143.000 Einwohnern. Und wir fanden auch einen, zufällig, und auch so in der Nähe der Badestrände, daß wir gut zu Fuß dorthin gehen konnten. So fing der Tag also gut für uns an.

Wir hatten schon einiges über die Gepflogenheiten an italienischen Stränden gehört und zur Kenntnis genommen. Äußerst positiv fanden wir den Hinweis, daß Italiens Strände zu den saubersten und vor allem sichersten Stränden Europas gehören. Davon konnten wir uns sogleich überzeugen. Sauber und aufgeräumt war alles. Sicher spielte dabei auch das wolkenverhangene, teilweise regnerische Wetter eine Rolle. Kalt war es aber nicht, die Temperaturen lagen etwa bei 23° C, ein paar Badelustige tummelten sich auch am Strand. Wir konnten uns aber auch vorstellen, daß diese Ordnung tagtäglich an den Stränden herrscht. Das entsprechende Personal war auch vor Ort, wenn auch (vermutlich) nicht in voller Stärke.

Die Strände sind in Abschnitte eingeteilt, nummeriert wie die Häuser in einer Straße. Wahrscheinlich, damit man sich auch wieder zu den Seinen findet. Gleich am Anfang standen die Kassenhäuschen, wegen des Wetters nicht besetzt, also kamen wir kostenlos an den Strand. Sonst ist es üblich, gegen ein Eintrittsgeld eine Liege und einen Sonnenschirm zu mieten, ohne kommt man nicht an den Strand. Und dann liegt man einer neben dem anderen, nicht so dicht wie die Heringe in der Dose, aber auch nicht so weit auseinander, daß man das Schmatzen des Nachbarn beim Essen nicht hört.
Ehrlich, so hatten wir uns das nicht vorgestellt und wir waren schon etwas enttäuscht.

Eigentlich ist an allen Stränden absolutes Hundeverbot. Da uns aber niemand aufhielt und auch keine Beschilderung uns bremste, gingen wir mit Buzz bis ans Wasser. Dort hält sich etwa aller 150 m ein Rettungsschwimmer auf, der uns aber gewähren ließ. Mit unserem „perfekten“ italienischen Sprachkenntnissen, unterstützt durch Hände und Füße „fragten“ wir den lebensrettenden Kollegen, wie weit er uns mit Buzz ans Wasser ließe. Freundlich, wie die Italiener sind, gab er uns zu verstehen, daß er auch mal weggucken könne, wir also mit Buzz weiter ins Wasser dürften aber die Leine dranbleiben müsse. Das war doch eine Ansage!
Danke, du italienischer Lebensretter 😆 😆 😆 !!!
Schieben wir seine Gutmütigkeit einfach auf die wenigen Badegäste. Also durfte Buzz auch mal ins Wasser, mit Schwimmen war aber nichts. Schade, aber daß wir so weit kommen würden, hatten wir ja nicht vorausgesehen.
Lange hielten wir uns dort nicht auf, kamen aber zu dem eindeutigen Entschluß: Badeurlaub wird von uns an so einem Strand niemals gemacht!!!!!

Ein Spaziergang entlang der Strandpromenade brachte uns in eine parallel dazu verlaufende Straße mit einer Unmenge an Lokalitäten, Läden, Pizzerien, Händlern jeglicher Couleur. Wir versuchten uns vorzustellen, wie das dort zur Hauptsaison aussehen und zugehen würde und zum zweiten Mal wußten wir: Urlaub dort – ohne uns.

Die Pizza dagegen war ausgeprochen lecker, das Personal der Restaurants ausnahmslos nett und freundlich, einige Händler etwas aufdringlich. Insgesamt gesehen war es auszuhalten.

Mitten in dem leichten Getümmel dieser Einkaufsstraße war eine größere Lücke, in der eine von außen sehr ansprechende Kirche stand. Wieder eine für uns neue Erkenntnis. Ein Gebetshaus in dieser direkten Nähe hätten wir nicht erwartet.

Ein paar Bilder sollen unsere Eindrücke verdeutlichen.

Wir verbrachten trotz unserer Enttäuschung einige Stunden in Rimini. Ein schöner Fußmarsch durch eine kleine Wohnsiedlung brachte uns wieder zu unserem Parkplatz.

Mit der Bemerkung, dort niemals Urlaub machen zu wollen, wollten wir niemanden verunglimpfen. Es gibt mit Sicherheit eine Menge Leute, die auf solchen Badeurlaub schwören und rundum zufrieden ihre Urlaubszeit dort verbringen. Ohne Gäste würde es solche Strände und die dazugehörigen Anlagen nicht geben. Wir wissen auch, daß viele Menschen andere Möglichkeiten gar nicht haben (können oder wollen). Für uns wäre das aber nichts. Rein gar nichts. Etwas anderes wollen wir damit nicht ausdrücken.

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