Gilfenklamm

Einen unserer Wünsche des letzten Jahres wollten wir uns in diesem Jahr erfüllen: Eine Wanderung durch die Gilfenklamm.
Unweit des wunderschönen Städtchens Sterzing in Südtirol liegt die Gilfenklamm, eingeschnitten in reinweißen Marmor.

Verläßt man die Brennerautobahn an der Abfahrt Sterzing/Vipiteno hält man sich Richtung Gasteig/Casateia und folgt von dort der Straße nach Stange/Stanga. Von Sterzing aus sind dies etwa 5 km. In Stange gibt es genügend ausgeschilderte Parkmöglichkeiten, von denen aus der Weg zur Gilfenklamm ausgewiesen ist.
Am letzten Häuschen vorbei, dem Wald zugewandt, kommt man zu einem Kassenhäuschen. Für 3,50 € erhält ein Erwachsener Zutritt, Kinder bekommen es billiger. (Den Beleg unbedingt aufheben!).
Kaum ist man im Wald verschwunden, murmelt schon der Ratschinger Bach an einem vorbei, leise murmelnd, als müsse er sich vom überstandenem Getöse ausruhen. Der Weg ist gut begehbar, festes Schuhwerk ist aber trotzdem empfehlenswert. Die Badeschlappen oder die Hochhackigen sollten besser im Schrank bleiben. Langsam steigt der Weg an, mal breiter, mal schmaler, oft über eine tiefe Schlucht führend. Die vielen Brücken sind sicher, durch die Feuchtigkeit aber oft rutschig. Von diesen Überquerungen aus hat man eine gute Sicht auf die Schluchten, die der Bach in Jahrtausenden geschaffen hat. Kühl ist es und feucht die Luft, sieht man die Sonne oft nur in großer Höhe durch das Laub der Bäume schimmern.
Auf einer der Brücken stehend, erblickt man den etwa 15 Meter hohen Wasserfall, der in eine unheimlich tiefe und nur wenige Meter breite Schlucht donnert. Direkt über dem Wasserfall quert eine Brücke die Schlucht, von der aus man die Naturgewalten erahnen kann. Das Gestein, über das die Wassermassen brodeln, ist reiner weißer Marmor, durch die Verwitterung schimmert dieser meist dunkel, oft grünlich. Nur wo die Kraft des Wassers direkt auf das Gestein einwirken kann, sieht der Marmor weiß aus. Eine in den Fels gehauene Treppe aus Marmor läßt uns dessen Schönheit ahnen.
Weiter dem Weg folgend, immer wieder über Brücken die Schlucht querend, gelangt man ans Ende der Gilfenklamm. Hier braucht man am Kassenhäuschen die Belege zur Kontrolle. Wenige Meter weiter bietet sich der Gasthof „Jaufensteg“ für eine Rast an. Wir können die italienischen Nudelgerichte empfehlen, die für einen Preis von unter 10 € durchaus erschwinglich sind.
Von hier aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, wieder nach Stange zurückzukehren. Der bequemste ist der mit dem Bus, der direkt vom Gasthof aus nach Stange fährt. Ein unbeschwerlicher Fußweg führt über Pardaun zurück nach Stange oder man wählt den Rundwanderweg über die Ruine Reifenegg nach Stange zurück.
Wir wählten Letzteren, der vom Gasthof aus erst weiter ansteigt, an einigen Bauernhöfen vorbeiführt und dann auf teils steilem Weg bergab an der Ruine Reifenegg vorbei nach Stange führt.

Auch wenn Wanderführer den Weg für unbeschwerlich halten, sollte man doch etwas mehr Zeit einplanen. Zum einen braucht man Zeit zum Staunen, um die Eindrücke zu verarbeiten. Eine gute Rast zwischendrin ist auch nicht zu verachten und den Abstieg sollte man auch nicht unterschätzen. Ist man rechtzeitig wieder im Tal angekommen, kann man die Zeit für einen guten Kaffee nutzen oder man nimmt sich noch zwei, drei Stunden, um der zauberhaften Altstadt von Sterzing einen Besuch abzustatten. Das bereut man auf keinen Fall!
Auf der sicheren Seite ist man, wenn für diese Wanderung mit Anfahrt ein ganzer Tag eingeplant ist. So bleibt auch ausreichend Zeit für kleine aber nette Nebensächlichkeiten.

2 Kommentare zu Gilfenklamm

  1. Mobbell sagt:

    Schöner Bericht und klasse Bilder…schön anzuschauen

  2. Giuli sagt:

    Schöööön… da bekommt man Lust hin zu fahren !
    Danke ! ciaociao

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